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Stand: 13.08.2009

Beleuchtung im Terrarium

Die Haltung im Terrarium kann für mediterrane Landschildkröten nur eine Übergangslösung darstellen, denn sie ist nicht artgerecht!

Licht spielt im Leben und in der Haltung von Landschildkröten mit die wichtigste Rolle, denn zum einen bringen sich die Tiere so auf die nötige Stoffwechseltemperatur, damit alle lebenswichtigen Vorgänge im Körper optimal ablaufen können. Aus diesem Grund verbinden Landschildkröten auch nur helles Licht mit Wärme. Zum Anderen führen die UVB-Strahlen zur Bildung des Vitamin D3, welches notwendig ist um das aufgenommene Calcium in Knochen- und Panzergewebe einzulagern, damit ein gesundes und stabiles Skelett aufgebaut werden kann. Schildkröten werden durch die Lichtintensität, -qualität und -menge stark beeinflusst (Tag-Nacht-Rhythmus, Einstellung auf die Winterstarre und Hormonproduktion). Keine Lampe der Welt kann die echte Sonne ersetzen, weshalb man eine möglichst ganzjährige Freilandhaltung anstreben sollte! In den natürlichen Lebensräumen der mediterranen Landschildkröten hat das Sonnenlicht 80.000 bis 120.000 Lumen und sogar an relativ bewölkten Tagen noch 40.000 bis 65.000 Lumen. Zum Vergleich: Eine Halogen-Metalldampflampe (kurz HQI) hat nur ca. 6.000 Lumen. Es ist also dringend notwendig, mediterrane Landschildkröten so lange wie möglich im Freien an der echten Sonne zu halten!

Optimale UV-B-Bestrahlung im Übergangsterrarium

Gerade bei der Aufzucht von Jungtieren stellt sich die Frage:

Wie beleuchte ich das Terrarium optimal?

Wenn man seine Tiere in den Übergangszeiten im Terrarium hält, sollte den Tieren auch hier auf jeden Fall eine optimale UV-B-Beleuchtung angeboten werden. Dabei ist darauf zu achten, dass man sich nicht irgendeinen Strahler vom Zoofachhandel aufschwatzen läßt, sondern die richtige Wahl zu treffen hat!

Es gibt viele miserable Leuchtmittel im Handel, die man häufig nicht einmal wirklich als "Lichtquelle" bezeichnen kann...

Grundbeleuchtung

Als Grundbeleuchtung (ganztägig) haben sich am besten die so genannten Halogen-Metalldampflampen (HQI) bewährt, da diese dem natürlichen Tageslicht am nächsten kommen. HQI-Lampen strahlen sehr helles Licht ab, was bei Schildkröten (wie oben bereits geschrieben) sehr wichtig ist. Neben den HQI-Lampen gibt es auch noch Quecksilberdampf-Hochdrucklampen (HQL), die hingegen mehr Wärme als Licht abstrahlen und ein eher unnatürliches Licht erzeugen, was meiner Meinung nach höchstens als zusätzliche Beleuchtung geeignet ist.

HQI = mehr Licht als Wärme | HQL = mehr Wärme als Licht

Auch wenn HQI-Lampen weniger Wärme als HQL-Lampen abstrahlen, reicht diese selbst bei meiner 70 W-Lampe immernoch aus, um punktuell eine Wärme von über 40°C zu erreichen, was bei der Haltung von mediterranen Landschildkröten notwendig ist, um den Tieren eine Erwärmung auf 35°C-Stoffwechseltemperatur ermöglichen zu können. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich bei meiner HQI-Lampe bewusst das Schutzglas entfernt habe, da dies eine höhere UVB- und Wärmeausbeute ermöglicht. Es ist jedoch Vorsicht geboten, wenn man mit Wasser im Terrarium arbeitet - jeder handelt auf eigene Gefahr - da es sich eigentlich um ein Verstoß gegen die VDE-Richtlinien handelt, ist jeder selber für Schäden verantwortlich!

Das Terrarium für unsere Schlüpflinge.
HQI-Strahler erzeugen naturnahes Licht.

In meinem Schlüpflings-Terrarium (dort sind die Nachzuchten nach dem Schlupf für max. 4 Wochen untergebracht) verwende ich einen HQI-Strahler "Philips CDM-T 70 W" mit einem Abstand zu den Tieren von etwa 20 cm. Der Abstand muss jedoch bei jedem Terrarium individuell angepasst werde, da es sich danach richtet, ob der Strahler auch gleichzeitig als Wärmequelle genutzt werden soll oder nicht. Wenn ja, muss die Höhe bestimmt werden, bei der eine punktuelle Temperatur von 40°C entsteht. Es empfiehlt sich, unter diesem Strahler eine flache Steinplatte zu platzieren, die die Wärme auf natürliche Weise auch von unten abgibt.

Bei HQI-Strahlern sollte man immer die Lichtfarbe NDL (neutral weiß) vorziehen, da diese dem natürlichen Sonnenlicht am ähnlichsten ist!

Zusatzbeleuchtungen

Zusätzliche UV-B-Quelle: Da ein HQI-Strahler nicht die nötigen Mengen an UV-B abstrahlt, sollte in jedem Fall eine zusätzliche UV-B-Quelle installiert werden. Gute Erfahrungen habe ich mit der Osram Ultra-Vitalux 300 W gemacht, die nur für eine tägl. Kurzbestrahlungen geeignet ist. Anfangs wird täglich für 5min bestrahlt; alle 3 Tage wird um 2min verlängert bis schließlich die Maximaldauer von 20min erreicht wird. Der Abstand zum Tier muss bei der "Osram Ultra-Vitalux 300 W" mind. 80cm betragen!

Mitlerweile bin ich dazu übergegangen im Terrarium unserer Schlüpflinge eine "ZooMed Powersun 160 W" zu verwenden, da dieser zum einen UV-B abstrahlt und zum anderen ganztags angeschaltet sein kann, was bei der "Osram Ultra-Vitalux 300 W" nicht der Fall ist.

Aloe vera im Terrarium des Verfassers.
Pflanzen gedeihen unter HQL-Licht erstaunlich gut.

Ich verwende als Zusatzleuchte für die Pflanzen im Terrarium, eine HQL Kugelleuchte mit einer Leistung von 125 W, die in etwa 60 cm Höhe angebracht ist. Als Wärmequelle nutze ich sie nicht, da mir - wie bereits weiter oben beschrieben - das abgestrahlte Licht unnatürlich erscheint und ich nicht weiß, wie die Schildkröten dieses von Nahem empfinden würden.

Zusätzliche Wärme: Wenn der angebrachte HQI-Strahler nicht die erforderliche Wärme von punktuell 40°C erreicht, muss zusätzlich ein Spotstrahler oder die schon oben genannte ZooMed Powersun installiert werden.

Ungeeignete Licht- bzw. Wärmequellen

  • Leuchtstoffröhren
    (geben nur sehr kurze Zeit UVB-Strahlen ab!)
  • Energiesparlampen
    (geben ebenfalls nur sehr kurze Zeit UVB-Strahlen ab!)
  • Heizmatten
    (unnatürlich, da Wärme in der Natur immer von oben kommt und mit Licht verbunden ist; Verbrennungsgefahr!)
  • Heizsteine
    (unnatürlich, da Wärme in der Natur immer mit Licht verbunden ist; Verbrennungsgefahr!)
  • Dunkelstrahler
    (nur zur Raumbeheizung wie bspw. in der Schutzhütte geeignet!)
  • Normale Glühbirnen
    (viel zu dunkel!)

Wie lange muss die Beleuchtung angeschaltet sein?

Bitte vergessen Sie nicht, dass Licht und Wärme der Jahreszeit (die im Biotop der Tiere herrscht) angepasst werden muss!

Steuern kann man die Beleuchtung im Terrarium am einfachsten mit solchen, meist günstigen Zeitschaltuhren.

Die Heizung in den Schutzhäusern steuere ich mit sogenannten Thermo-Timern, die in einem eisntellbaren Intervall eine einstellbare Temperatur halten. Somit kann man den obigen Plan problemlos in die Praxis umsetzen.

Linktipp: http://www.wald.heim.at/urwald/542304/technik/index.html



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