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Stand: 10.01.2008

Freilandanlage für junge Landschildkröten
Abb 1: Unsere Freilandanlage für junge Landschildkröten
Foto: Dominik Müller
Griechisches Jungtier im Gehege.
Abb 2: Griechisches Jungtier auf Futtersuche
Foto:
Dominik Müller

Wie unter Grundsätzliches bereits beschrieben, muss das Freigehege so naturnah wie möglich gestaltet werden. Dazu nehmen wir uns den natürlichen Lebensraum als Vorbild und schauen, wie die Habitate der Jungtiere geschaffen sind. Die juvenilen Tiere leben in einem wachsenden Radius um ihren Schlupfplatz, auf relativ engem Raum zusammen. Diese Habitate sind dicht bewachsen und feucht. Mit zunehmenden Alter entfernen sich die Tiere immer weiter von ihrem Schlupfplatz und suchen sich schließlich ihr optimales Habitat.

Größe des Freilandgeheges

Erdbeerpflanzen
Abb 3: Erdbeerpflanzen sind heiß begehrt
Foto: Dominik Müller
Testudo hermanni boettgeri
Abb 4: Kopfstudie einer Testudo hermanni boettgeri
Foto: Dominik Müller

Für eine Gruppe von 5-10 Jungtieren empfehle ich eine Größe von 10-20m², wobei das Gehege mit den Tieren mitwachsen und dementsprechend stetig etwas vergrößert werden sollte.

Bodenbeschaffenheit

Kalkstein
Abb 5: Kalksteine schaffen mediterrane Blickfänge
Foto: Dominik Müller
Kalkstein
Abb 6: Gras sollte bei jungen Landschildkröten nicht fehlen
Foto: Dominik Müller

Die Böden im Habitat der Jungtiere sind zwar auch sehr kalksteinhaltig und steinig, jedoch feuchter und dichter bewachsen als die, der adulten Tiere. Der Boden des Freigeheges sollte deshalb trotzdem etwas aufbereitet werden. Dazu haben wir zu Beginn mit dem Rasenmäher alles auf die kürzeste Stufe runtergeschnitten. Dann wurde der gesamte Boden ein wenig umgegraben und es wurden Hügel und Senken geformt. Anschließend wurde die Erde mit Flußsand und feinem Kalksplitt aus einem Kalksteinwerk (alternativ kann auch Dolomitkalk verwendet werden) vermischt und nochmals gut umgegraben. Kalk wurde deshalb untergemischt, um die darauf wachsenden Pflanzen mit reichlich Calcium zu versorgen.

Bepflanzung

Malvenblüte
Abb 7: Eine der beliebtesten Blüten ist die der Malve
Foto: Dominik Müller
Ackerkratzdistel
Abb 8: Auch vor Disteln wird kein Halt gemacht
Foto: Dominik Müller

Die Bepflanzung spielt eine wichtige Rolle, denn es müssen zum Einen genügend Futterpflanzen vorhanden sein, welche die Tiere für die richtige Ernährung und ein gesundes Wachstum benötigen. Dabei ist darauf zu achten, dass den Tieren wenig proteinhaltige Pflanzen, sondern vielmehr ballaststoff-, vitamin-, mineralstoff- und kalziumreiche Wildkräuter zur freien Aufnahme zur Verfügung stehen. Geeignete Futterpflanzen finden Sie auf der eigenen Seite. Fertige Samenmischungen erhalten Sie auf http://www.samenkiste.de

Ysop
Abb 9: Mittelmeerkräuter dürfen auch nicht fehlen
Foto: Dominik Müller
Pampasgras
Abb 10: Pampasgras als Dekoration und Schattenspender
Foto: Dominik Müller

Zum Anderen brauchen gerade Jungtiere viele Busch- bzw. Strauchpflanzen unter denen sie Schutzfinden. Desweiteren haben wir noch ein paar Pflanzen in das Gehege gepflanzt, die auch im natürlichen Biotop der Tiere vorkommen und somit etwas mediterranen Flair in das Gehege bringen. Da wären z. B. Lavendel, Salbei, Ginster, Pampasgras, Hibiskus, Feuerlilie, Taglilie, Rosmarin, Thymian, Origano, Basilikum, Fetthenne, Ysop, Kriechkiefer u. v. m.

Versteck- und Klettermöglichkeiten

Pflanzring
Abb 11: Über solche Pflanzringe wird gerne mal geklettert
Foto: Dominik Müller
Baumstamm
Abb 12: Stämme schaffen u. a. einen natürlichen Sichtschutz
Foto: Dominik Müller

Neben den Büschen und Sträuchern haben wir noch einige Äste, Wurzeln, Baumstämme und Steine in das Gehege intergriert, die Sichthindernisse darstellen. So können sich die Tiere auch aus dem Weg gehen und begegnen sich nicht ständig.

Futter- und Wasserplatz

Wasserschale
Abb 13: In der Wasserschale wird auch gerne gebadet
Foto: Dominik Müller
Malven
Abb 14: Blühpflanzen bringen Farbe auf die Anlage
Foto: Dominik Müller

Einen festen Futterplatz halte ich für unnötig, da sich die Tiere selber Futter suchen können und auch sollten. Man muss bedenken, dass Landschildkröten Weidegänger sind und somit ständig an einer anderen Stelle Nahrung aufnehmen. Ein fester Futterplatz wäre unnatürlich, denn der größte Teil der aufgenommene Nahrung sollte wieder in Bewegung umgesetzt werden.

Eine Trink- und Badeschale muss in jedem Fall vorhanden sein, damit die Tiere jederzeit frisches Wasser aufnehmen und sich an heißen Tagen auch mal mit einem Bad abkühlen können. Deshalb sollte die Wasserstelle auch im Schatten platziert werden.

Gehegeumrandung

Bei der Einfriedung des Geheges in darauf zu achten, dass man kein Materialien verwendet an denen sich die Tiere verletzen könnten. Damit meine ich spitze Ecken, scharfe Kanten etc. Auch größere Schlitze sollte es nicht geben, da die Tiere dort leicht mit ihren Krallen hängen bleiben und sich Verletzungen zuziehen können.

Die Höhe sollte bei Jungtieren 25cm nicht unterschreiten um einem Überklettern vorzubeugen - gerade in den Ecken treffen meist mehrere Tiere aufeinander und könnten so leichter über die Umrandung klettern. Desweiteren sollten sich keine Busch- oder Strauchpfanzen direkt an der Gehegeeinfriedung befinden, da schon so manch ein Tier diese als Brücke benutzt hat um hinüber zu kommen.

Geeignete Umrandungen sind zum Beispiel

Rollpalisaden aus Holz

Holzpalisaden
Foto: Dominik Müller
+
Schön anzusehen und natürlich
-
Verrotten schnell (2-4 Jahre)

Holzbretter

Holzbrettkonstruktion
Foto: Dominik Müller
+
Leicht zu errichten, als Geländer nutzbar
-
Verrotten im Erdreich relativ schnell

Pflanzsteine und -ringe

Pflanzsteine
Foto: Dominik Müller
+
Bepflanzbar, leicht aufzustellen und zu versetzen, verrotten nicht
-
Rauhe Oberfläche, sodass sich die Tiere den Panzer verschrammen können

Natursteinmauer

Natursteinmauer
Foto: Wolfgang Wegehaupt
+
Schön anzusehen und natürlich, verrotten nicht
-
Nicht wieder zu versetzen, mühevoll zu errichten

Einige Halter und Züchter schreiben, dass eine Einlassung von 30cm in den Boden nötig sein, um ein Untergraben zu verhindern. Ich konnte meine Tiere allerdings noch nie dabei beobachten, dass sie versucht haben, sich unter der Umrandung durchzugraben. Wenn das Gehege groß genug ist und entsprechend strukturiert wurde, versuchen die Tiere meiner Meinung nach auch nicht auszubrechen.

Schutzhütte - Frühbeet

Frühbeet
Foto: Dominik Müller
Frühbeet-Technik
Foto: Dominik Müller

Die Schutzhütte ist am sonnigsten Platz des Freigeheges platziert.

weiter zur Frühbeet-Schutzhütte



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