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Vermehrung
von Landschildkröten
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Schlupf der Jungtiere
Der
Schlupf ist immer wieder ein schönen und zugleich
faszinierendes Ereignis. Innerhalb von nur 2 Monaten
entwickelt sich eine fix und fertige Schildkröte
im Ei, welche mit allem ausgestattet ist, was sie zum
Überleben benötigt. Eine Brutpflege oder gar
Aufzucht durch das Muttertier findet in keiner Weise
statt.
Beim
Schlupf wird als erstes, mit der über der Nase
befindlichen "Eischwiele", ein kleines Loch
in die Eischale geritzt. Nach einer Verschnaufpause,
die bis zu 2 Tage andauern kann und in der sich der
Dottersack in das Tier zurückzieht, beginnt der
Schlüpfling das Loch so zu vergrößern,
damit er sich mit Hilfe der Vorderbeine aus dem Ei befreien
kann.
Wenn
es aufgebrochen ist, legt der Schlüpfling meist
erneut eine Pause ein um sich von dem anstrengenden
Akt zu erholen. Diese kann wieder Tage andauern. In
der Natur verbleiben die Schlüpflinge noch Tage
in ihrer Eihöhle, um sich schließlich alle
gemeinsam -meist nach einem Regenguss- an die Oberfläche
zu graben.
Erst
danach fängt der Schlüpfling an, die ersten
Zentimeter zu laufen um sich schnell in Sicherheit zu
bringen, denn in der Natur wäre er ein gefundenes
Fressen für allerlei Tiere. Von oben betrachtet
haben die frisch geschlüpften Tiere logischerweise
noch die ovale Form des Eies.
Schlüpft
ein Exemplar durch irgendwelche Gründe etwas zu
früh, ist der an der Bauchdecke hängende Dottersack
noch deutlich zu erkennen. Das rechte Bild zeigt einen
Schlüpfling, bei dem der Dottersack schon bis auf
ein Minimum eingezogen ist - so ist es beim Schlupf
die Regel. Diese Stelle muss besonders sauber gehalten
werden, damit es zu keiner Infektion kommt. Wir säubern
und desinfizieren (jodhaltige Salbe) diese Stelle regelmäßig,
bis sie vollständig verschlossen ist.
Panzeranomalien (Fehlbildung
von Schilden)
Panzeranomalien
entstehen in der Regel durch zu hohe Temperaturen oder
Störungen während der Inkubation und sind -wenn
sie nur leicht ausgeprägt sind- nicht gefährlich,
sondern reine Schönheitsfehler. Trotzdem sollte
man natürlich versuchen, die Temperaturen beim
nächsten Mal etwas herunterzufahren oder eine Nachtabsenkung
zu betreiben bzw. Störungen zu unterlassen. Es
gibt auch schwerwiegendere Anomalien, die sich nicht
nur auf die Hornschilde beziehen, sondern auch Gliedmaßen
oder Organe betreffen können.
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© Foto: Bettina Schwarz
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Foto:
Dorothee Backes
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Es
ist selten aber möglich, dass zwei Schildkröten
aus einem Ei schlüpfen. Die Zwillinge teilen sich
-wie auf dem linken Bild zusehen- jedoch nur einen Dottersack.
Dieser muss nach kurzer Zeit abgebunden und getrennt
werden, da sich die Kleinen ansonsten gegenseitig einziehen
würden. Wenn ein Tier deutlich größer
ist als das andere, steht die Chance gut, dass das größere
durchkommt.
Leider
gibt es auch traurige Momente wie das rechte Bild eines
abgestorbenen Schlüpflings zeigt. Die häufigsten
Ursachen sind zu hohe Bruttemperaturen, Durchleuchten
der Eier, falsches Brutsubstrat (falsche Anwendung),
krankes Muttertier etc. Eine Durchleuchtung der Eier
-zur Kontrolle der Entwicklung- ist zwar interessant,
kann aber auch einen Frühschlupf auslösen
und sollte daher im letzten Drittel der Inkubation nicht
mehr durchgeführt werden!
Versorgung der Schlüpflinge
Wenn
eine Schildkröte komplett geschlüpft ist,
ruht sie sich meist erst einige Stunden aus. Wir belassen
sie daher noch 12 - 24 Std. im Inkubator, bis sie anfängt
neugierig herumzulaufen und raus will. Danach wird der
Schlüpfling für etwa 5 Minuten lauwarm gebadet,
damit er seinen Wasserhaushalt regulieren kann.
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