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Vermehrung
von Landschildkröten
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Voraussetzungen zur Zucht
Die
Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Zucht
ist zweifellos eine artgerechte und naturnahe Haltung
der Zuchttiere. Dazu gehört einerseits die richtige
Größe und Gestaltung der Anlage und zum anderen
ein dem natürlichen Habitat nachempfundenes Klima.
Nur wenn sich die Tiere in ihrer Umgebung wohlfühlen
kann mit einer erfolgreichen Vermehrung gerechnet werden.
Auswahl geeigneter Zuchttiere
Es
ist äußerst wichtig, dass die zu vermehrenden
Schildkröten der gleicher Art bzw. Unterart angehören.
Nur dann können sich gesunde und kräftige
Nachzuchten entwickeln. Paaren sich zwei verschiedene
Arten bzw. Unterarten, kommt es zu einer Vermischung
und die Vielfältigkeit bzw. Reinheit der Arten,
welche sich über Jahrtausende entwickelt hat, wäre
auf einen Schlag für immer verloren. Mischlinge
sind häufig schwächer und es kommt zu Ausfällen
im Gelege. Außerdem weiß man bis heute kaum
etwas darüber, wie sich eine solche Vermischung
auf die folgenden Generationen auswirkt und ob sie negative
Einflüsse mit sich bringt. Neben diesen genetischen
Problemen muss auch bedacht werden, dass jede Art ihr
ganz eigenes Paarungsverhalten aufweist und durch die
z. T. enormen Unterschiede in der Balz auch ernsthafte
Verletzungen entstehen können.
Es
empfiehlt sich aus den oben genannten Gründen Arten
und Unterarten immer separat in extra angelegten Freilandgehegen
zu halten und dort zu vermehren.
Bei
der Zusammenstellung einer Zuchtgruppe muss unbedingt
darauf geachtet werden, dass es zu keiner Stressentwicklung
kommt, d. h. das Verhältnis von Männchen zu
Weibchen muss mindestens 1:3 betragen, damit die Weibchen
jeweils nicht zu sehr bedrängt werden. Außerdem
muss eine temporäre Trennung nach Geschlechtern
möglich sein, denn der Arterhaltungstrieb der männlichen
Exemplare ist nicht zu unterschätzen und so kann
es durchaus vorkommen, dass ein Männchen tagsüber
ununterbrochen die Weibchen belästigt, was einerseits
zu starker Stressentwicklung führt und zum Anderen
schmerzhafte und entzündungsanfällige Verletzungem
im Kloakenbereich nach sich ziehen kann. Aus diesem
Grund muss das Freilandgehege der Zuchttiere so groß
wie möglich angelegt werden. Die Tiere müssen
sich jederzeit aus dem Weg gehen können.
Männchen
mediterraner Landschildkröten sind oftmals ganzjährig
in Paarungsbereitschaft und zeigen dies eindrucksvoll
durch ein ständiges Verfolgen der Weibchen. Um
den dadurch für beide Parteien entstehenden Stress
zu verhindern, sollte man die Männchen nicht ständig
mit den Weibchen zusammenhalten. Gerade in der Zeit
der Eiablage zieht es fatale Folgen nach sich, wenn
die Weibchen gestört werden, es kommt nämlich
zu einer Legenot (Einstellen der Legetätigkeit),
die unbehandelt zum Tod des betroffenen Weibchens führen
würde.
Eine
Trennung nach Geschlechtern sollte in jedem Falle praktiziert
werden, sollte es bereits zu Verletzungen, Krankheiten,
einer Legenot, einer geringen Befruchtungsrate oder
zu schwachen Jungtieren gekommen sein!
Mediterrane
Landschildkröten sind mit etwa 5-7 Jahren (Männchen)
bzw. 7-10 Jahren (Weibchen) geschlechtsreif - dies sollte
bei dem Zusammenstellen der Zuchtgruppe ebenfalls berücksichtig
werden, denn es bringt logischerweise wenig, wenn ein
10-jähriges Männchen mit einem 5-jährigen
Weibchen zusammengehalten wird. Der Größenunterschied
wäre zu hoch und zu junge Weibchen sind für
eine Paarung noch nicht bereit, was zu Verletzungen
führen kann.
Viele
Halter machen den Fehler und schaffen sich einige semiadulte
bis adulte Tiere an und halten diese gleich nach dem
Einzug gemeinsam in einem Freilandgehege, was nicht
selten zu Probleme führt, denn die Tiere kennen
sich noch nicht und wollen das Freilandgehege für
sich beanspruchen. Es kommt daher häufig zu Revierkämpfen,
bei denen es heftige Attacken geben kann. Man sollte
sich auch immer vor Augen halten, dass neu erworbene
Tiere potenzielle Krankheitsträger sind, die z.
B. Darmparasiten oder Herpesvirose auf die anderen Gruppenmitglieder
übertragen können. Aus diesem Grund ist eine
mind. einjährige Quarantänezeit dringend zu
empfehlen, bevor man ein neuerworbenes Tier in die Gruppe
integriert!
Hügel aus Sand und Erde - der ideale
Platz zur Eiablage
Weibchen
sind bei der Suche nach einem geeigneten Platz zur Eiablage
sehr wählerisch und behalten die Eier lieber weiterhin
in sich, wenn kein Platz gefunden wird. Dies führt
häufig dazu, dass die Weibchen die Eier überhaupt
nicht ablegen und eine Legenot erleiden. Um dem vorzubeugen
und den Schildkröten-Weibchen entgegen zu kommen,
sollte man mehrere Ablagehügel errichten. Diese
Hügel sind an sehr sonnigen und heißen Plätzen
des Freilandgeheges platziert und bestehen aus einem
Sand-Erde-Gemisch (ca. 50:50) und sind etwa 40 cm
hoch. Umrandet werden sie mit Palisaden oder Natursteinen.
Auf der Südseite sollte sich (wie oben auf dem
Bild zusehen) eine Schräge befinden, über
die die Weibchen hinaufgelangen können. Die südliche
Ausrichtung begünstigt ein schnelles Aufwärmen
des Substrats, was für die Weibchen, bei der Suche
nach einem geeigneten Platz, ein wichtiges Kriterium
ist.
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