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Winterstarre
bzw. Kältestarre
Allgemeines zur Winterstarre
Mediterrane
Landschildkröten halten die Winterstarre (Hibernation
genannt) um die Kälteperiode (also den Winter)
zu überbrücken, da sie zu dieser Jahreszeit
weder ihre Vorzugstemperatur von ca. 35-37°C erreichen
können, noch Nahrung finden. Aus diesem Grund nennt
man diesen Zustand auch Kältestarre. Einige nicht-mediterrane
Arten (bspw. die Vierzehenschildkröte) halten neben
der Kältestarre auch noch eine Hitzestarre.
Die
Hibernation gehört also zum natürlichen Jahreszyklus
der mediterranen Landschildkröten und muss auch
in Gefangenschaft lebenden Tieren, schon ab dem 1.
Lebensjahr unbedingt ermöglicht werden. Gerade
bei Jungtieren ist die Winterstarre notwendig, da diese
sonst viel zu schnell wachsen und daran erkranken. Tiere
die von Anfang an eine Hibernation halten, sind außerdem
wesentlich widerstandsfähiger und agiler!
Auslöser
der Kältestarre
Landschildkröten
sind, wie alle Reptilien, wechselwarm (poikilotherm)
und können ihre Körpertemperatur nicht, wie
Säuger es können, selber regeln, sondern sind
auf die Umgebungstemperatur und vor allem die wärmende
Sonne angewiesen. Die Körpertemperatur passt sich
also der Umgebungstemperatur an, wie folgendes Diagramm
deutlich macht:

Der
Stoffwechsel arbeitet bei einer Vorzugstemperatur von
ca. 35-37°C optimal und die Tiere sind aktiv. Bei
kühleren Temperaturen tritt logischerweise genau
das Gegenteil ein. Die Tiere bewegen sich sehr träge
und der Stoffwechsel arbeitet nur sehr langsam und unvollständig.
Deshalb ist es auch so wichtig, dass die Tiere immer
zwischen warmen und kühleren Bereichen wählen
können um sich so auf "Betriebstemperatur"
bringen zu können.
Bei
Temperaturen unter 20°C schränken die Verdauungsenzyme
langsam aber stetig ihre Aktivität ein, sodass
die Schildkröten bei weiter sinkenden Temperaturen
immer weniger Nahrung aufnehmen. Sie stellen nach einer
gewissen Zeit die Nahrungsaufnahme komplett ein und
fangen an ihren Darm zu entleeren. Wenn die entsprechend
niedrige Temperatur von unter 7°C erreicht wird,
"fallen" die Tiere in die Winterstarre und
reduzieren ihren Stoffwechsel auf ein Minimum. Nach
W.
Wegehaupt (2006) beträgt
die Herzfrequenz bei etwa 5°C Körpertemperatur
nur noch vier Schläge in der Minute. Auch der Sauerstoffbedarf
ist in diesem Zustand stark herabgefahren, sodass nur
noch wenige Atemzüge pro Minute stattfinden.
Die
"innere Uhr" der Schildkröten wird durch
verschiedene Faktoren gesteuert. U. a. durch
Vitamin
D3
(Cholecalciferol)
wird durch UV-B-Strahlung im Körper gebildet und
ist u. a. für die Produktion verschiedener Hormone,
die Einlagerung von Calcium in die Knochen und einige
Verhaltensweisen zuständig. Der UV-B-Anteil des
natürlichen Sonnenlichts nimmt allerdings im Herbst
immer weiter ab und ist im Winter schließlich
1300% geringer als im Sommer.
Serotonin
(Neurotransmitter)
Serotonin ist ein Monoamin, das im Organismus als Gewebshormon
bzw. als Neurotransmitter im Zentralnervensystem, Darmnervensystem
(regt die Darmperistaltik an), Herz-Kreislauf-System
und im Blut fungiert. Im Gehirn werden bestimmte - für
den Appetit auf Nahrung zuständige - Regionen beeinflusst.
Melatonin
(Hormon)
wird in der Zirbeldrüse (Epiphyse), einem Teil
des Zwischenhirns aus Serotonin produziert und steuert
den Tag-Nacht-Rhythmus. Bei Dunkelheit erfolgt eine
erhöhte Melatoninsynthese. Deshalb soll Melatonin
eine entscheidende Rolle bei der Regulation des "biologischen
Zeitsinns" haben. Bei niederen Wirbeltieren hat Melatonin
einen Einfluss auf den Pigmentstoffwechsel. Als Gegenspieler
des Melanophorenhormons bewirkt Melatonin eine Aufhellung
der Hautfarbe.
Glucocorticoid
(Zuckerhormon)
Dieses Hormon ist an der Energieversorgung des Organismus
beteiligt und tritt bei der Stressbewältigung und
Regulation des Schlaf-Wach-Rhythmus auf. Ausgelöst
durch bestimmte Reize kommt es zur Ausschüttung
von adrenocorticotropem Hormon, welches in der Nebennierenrinde
die Synthese der Glucocorticoide aus Cholesterin stimuliert.
Mit Hilfe geeigneter Transportproteine werden die verschiedenen
Produkte dann über das Blut an ihre Zielorgane
weitergeleitet. Die Glucocorticoide stimulieren den
Stoffwechsel und lässt unsere Schildkröten
von der Ruhe- in die Aktivitätsphase über
gehen. Während der Hibernation ist der Glucocorticoidspiegel
konstant.
Wichtiges vor der Winterstarre
- Nur
gesunde Schildkröten dürfen eine Hibernation
(Winterstarre) halten. Kranke Tiere müssen behandelt
und über den Winter hinweg warm gehalten werden!
- Im
Spätsommer sollte frischer Kot auf Darmparasiten
untersucht werden und die Tiere ggf. entwurmt werden!
- Ein
geeigneter Überwinterungsplatz mit ca. 5°C
muss vorhanden sein (z. B. ein kalter Keller) oder
geschaffen werden (z. B. Anschaffung eines separaten
Kühlschranks)!
- Schildkröten
müssen sich vor der Winterstarre keine Fettreserven
anfressen, sondern ihren Verdauungstrakt entlasten,
weshalb sie vor der Einwinterung auch öfters
gebadet werden sollten!
Vorbereitung
auf die Winterstarre
Wie
oben bereits geschrieben, stellen sich die Schildkröten
durch abnehmende Tageslänge, fallende Temperaturen
(vorallem nachts), geringerer UV-B-Anteil im Sonnenlicht
und auch hormonellbedingt, selbstständig auf die
Winterstarre ein.
Diese
selbstständige Vorbereitung kann jedoch nur stattfinden,
wenn die Tiere draußen in ihrem Freilandgehege
gehalten werden. Da bei uns in Deutschland bekanntlich
kein mediterranes Klima herrscht und es somit wesentlich
früher kälter wird als im Biotop der Tiere,
müssen wir die Aktivität mit Hilfe eines Frühbeets
oder Gewächshauses, künstlich verlängern.
Natürlich muss das Frühbeet/Gewächshaus
auch geeignet sein und mit der entsprechenden Technik
versehen werden (siehe "Freilandgehege").

In
diesen beheizten Schutzhütten werden die Tiere
bis Oktober warm und somit aktiv gehalten
(siehe obigen Plan) und schließlich durch Absenken
der Temperaturen und der Wärmequelle auf die Winterstarre
vorbereitet (siehe Plan weiter unten). Die Schildkröten
verringern stetig die Nahrungsaufnahme, bis zu schließlich
keine Nahrung mehr aufnehmen, aber noch mehr oder weniger
aktiv sind und somit langsam ihren Verdauungstrakt entleeren.
Die Entleerung wird durch ein handwarmes Bad (2mal pro
Woche während der Vorbereitung) unterstützt.
Mit diesem Entleeren wird verhindert, dass Nahrung im
Verdauungstrakt fault und gärt. Durch die Bäder
können die Schildkröten außerdem nochmal
ihren Wasserhaushalt für die lange Winterstarre
auffüllen. Sind die Temperaturen schließlich
konstant tief, lassen sich die Schildkröten nicht
mehr blicken. Jetzt beginnt die eigentliche Winterstarre
der Tiere.
Die
Vorbereitung auf die Winterstarre verläuft bei
jedem Tier unterschiedlich und dauert 3 bis 6 Wochen.
Die einen stellen die Nahrungsaufnahme früher ein,
die anderen später. Andere sind länger aktiv,
andere tauchen früher ab.
Drosselung
der Beleuchtung & Temperatur
Damit
sich die Schildkröten während der Vorbereitung
auch optimal auf die Winterstarre einstellen, habe ich
einen 4-wöchigen Plan entworfen, der allerdings
nicht auf jedes Tier zutreffend sein kann, denn, wie
bereits geschrieben, dauert es bei den einen Individuen
nicht so lange und bei anderen etwas länger, bis
sie die Nahrungsaufnahme einstellen und schließlich
inaktiv werden.
Wichtig!
Wenn
die Schildkröten die Nahrungsaufnahme eingestellt
haben, benötigen sie zur Entleerung des Darms etwa
2 Wochen. Das heißt, dass danach noch 2 Wochen
vergehen müssen, bevor die Tiere eingewintert werden
dürfen. Bitte vergessen Sie nicht, dass die Tiere
in dieser Zeit unbedingt noch eine Aufwärmmöglichkeit
benötigen!
| Woche
1 |
-
Die Grundbeleuchtung muss im Freien logischerweise
nicht reduziert werden, da die Tage automatisch
kürzer werden.
- Der
Wärmestrahler (z. B. Spotstrahler) ist
5 Stunden angeschaltet.
- Die
Umgebungstemperatur beträgt tagsüber
ca. 20°C und nachts ca. 12°C.
- 2mal
pro Woche handwarm baden (etwa 5min).
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| Woche
2 |
- Der
Wärmestrahler ist 4 Stunden angeschaltet.
- Umgebungstemperatur
tagsüber auf 17°C und nachts auf
10°C reduzieren.
- Die
Tiere nehmen kaum noch Nahrung zu sich.
- 2mal
pro Woche handwarm baden (etwa 5min).
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| Woche
3 |
- Wärmestrahler
auf 3 Stunden reduzieren.
- Umgebungstemperatur
tagsüber auf 15°C und nachts auf
8°C reduzieren.
- Die
Tiere stellen die Nahrungsaufnahme komplett
ein.
- Ab
der 3. Woche sind die Tiere schon relativ
inaktiv.
- 2mal
pro Woche handwarm baden (etwa 5min).
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| Woche
4 |
- Wärmestrahler
auf 2 Stunden reduzieren.
- Umgebungstemperatur
tagsüber auf 10°C und nachts auf
ca. 6°C reduzieren.
- Es
findet keine Nahrungsaufnahme mehr statt.
- Die
Überwinterungsboxen sollten nun schon
bereit stehen.
- 2mal
pro Woche handwarm baden (etwa 5min).
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Vorbereitung
im Haus (Terrarium)
Viele
Halter möchten ihre Jungtiere im Herbst und Frühling
im Terrarium halten, weil sie sie dort besser kontrollieren
können als in einem Freilandgehege. Diese Art von
Vorbereitung ist jedoch nur praktizierbar, wenn ein
entsprechender Raum vorhanden ist, in dem die Temperaturen
runtergefahren werden können. In einem normalgeheizten
Raum ist dies nicht möglich - gerade
die tiefen Nachttemperaturen sind wichtig für die
Vorbereitung! Die obigen Pläne können hier
genauso als kleine Richtlinie genutzt werden, als bei
der Vorbereitung im Frühbeet/Gewächshaus.
Der einzige Unterschied ist der, dass im Haus auch die
Beleuchtung (Grundhelligkeit), z. B. der HQI-Strahler,
runtergefahren werden muss. Hier können Sie sich
nach der "echten" Sonne richten und die Tage
somit auch im Haus jede Woche verkürzen.
Verschiedene
Überwinterungsmöglichkeiten
Hier
gibt es mehrere Methoden, die von verschiedenen Züchtern
erfolgreich praktiziert werden. Zwei solcher Methoden
möchte ich Ihnen hier vorstellen:
Frühbeet-
bzw. Gewächshausmethode
Eine
Überwinterung im Frühbeet oder Gewächshaus
stellt wohl die natürlichste Methode dar. Allerdings
bedarf es hierfür einer speziellen Überwinterungsgrube,
die unter dem Frühbeet/Gewächshaus angelegt
werden muss. Diese Überwinterungsgrube muss frostsicher
sein und Schutz vor Fressfeinden bieten. Um den Frostschutz
zu gewährleisten, sollte die Grube eine Tiefe von
80-90cm aufweisen. Damit keine Fressfeinde an die Tiere
kommen, sollte der Frühbeetkasten/das Gewächshaus
auf einem Fundament platziert sein, welches rundherum
Schutz bietet. Am Grund der Überwinterungsgrube
sollte ein engmaschiger Draht ausgelegt werden. Damit
sich bei den eingegrabenen Tieren kein Wasser sammelt,
wird über dem Draht eine Drainage aus grobem Schotter
angelegt. Um die Temperaturen in der Grube während
der Überwinterung überprüfen zu können,
sollte man einen Temperaturfühler in der Überwinterungsgrube
installieren. Auf die Drainage kommt nun das Substrat
in das sich die Schildkröten vergraben können.
Es besteht in unseren Schutzhütten aus humoser
Gartenerde und Kokosfasersubstrat, welches leicht feucht
gehalten werden kann. Sind die Schildkröten nun
alle in dieser Überwinterungsgrube vergraben und
lassen sich nicht mehr blicken, wird das Frühbeet/Gewächshaus
mit feuchtem Buchenlaub, das wie eine Dämmung wirkt,
aufgefüllt. Dies ist wichtig, weil meist nicht
die tiefen sondern die hohen Temperaturen bei Sonneneinstrahlung
die Gefahr darstellen. Steigt die Temperatur im Inneren
stark an, graben sich die Schildkröten wieder nach
oben. Fallen dann die Temperaturen nachts wieder in
den Keller, besteht die Gefahr, dass sich die Tiere
nicht rechtzeitig tief genug vergraben können und
somit erfrieren. Es empfiehlt sich also dringend, dass
Frühbeet/Gewächshaus zu beschatten!

Messungen
von Thorsten Horn zeigen, dass die Temperaturen in der
Erde, trotz hoher Außenschwankungen (von z. T.
unter -10°C und über +10°C), relativ konstant
bei +5°C liegen.
Eine
ausführliche Anleitung zum Bau einer solchen Überwinterungsgrube
finden Sie auf der Website von Gerhard Eger unter http://www.villa-testudo.de/index.php?id=30
Kühlschrankmethode
Diese
Methode wird immer häufiger praktiziert, da viele
Halter den Tieren keinen geeigneten Überwinterungsplatz
bieten können. Entweder ist kein ausreichend kühler
Keller vorhanden oder das Frühbeet/Gewächshaus
nicht entsprechend dafür angelegt. Der Vorteil
bei der Überwinterung im Kühlschrank ist der,
das man schnell und unkompliziert eine Kontrolle durchführen
kann und die Temperatur entsprechend einstellen kann.
Hier ist jedoch nicht jeder Kühlschrank geeignet,
denn er muss die erforderliche Temperatur von 3,5 bis
6,5°C halten und erschütterungsfrei laufen.
Selbstverständlich muss für die Überwinterung
ein separater Kühlschrank verwendet werden. Eine
Überwinterung im Küchenkühlschrank ist
1. aus hygienischen Gründen und 2. aufgrund des
täglichen Öffnens und den daraus resultierenden
Erschütterungen abzulehnen! Die Schildkröten
bereiten sich in ihrem Frühbeet/Gewächshaus
selbstständig auf die Winterstarre vor. Während
der Vorbereitung wird der Kühlschrank so eingestellt,
dass im Inneren Temperaturen von ca. 5°C herrschen.
Sind die Tiere inaktiv, kommen also nicht mehr aus ihrem
versteck hervor, werden die Überwinterungskisten
vorbereitet.

Diese
Überwinterungskisten stellen bei uns Plastikboxen
dar, welche rundherum mit Löchern versehen sind,
damit 1. die Luft zirkulieren kann und sich 2. keine
Staunässe bildet. Das Substrat besteht aus Kokosfasersubstrat
und Floraton-3 und ist etwas tiefer als die Schildkröte
hoch ist. Sind diese Boxen vorbereitet, werden sie schonmal
für einige Stunden in den Kühlschrank gestellt
und nochmals die Temperatur geprüft.
Die
im Frühbeet/Gewächshaus schon ruhenden Schildkröten
werden nun früh am Morgen in die Überwinterungsboxen
auf das Substrat gesetzt. Der Rest der Box wird mit
feuchtem (nicht nassem!) Buchenlaub aufgefüllt
und schließlich mit einem Gitter versehen, damit
die Schildkröten, falls sie aus unerwarteten Gründen
wach werden sollten, nicht herausklettern und sich verletzen
können. Am Abend wird nochmal vorsichtig nachgesehen
ob auch wirklich alle ruhen.
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Wichtig
ist, dass nicht zu viele Tiere in eine Box "gepackt"
werden! Ausgewachsene Tiere überwintern bei uns
in je einer eigenen Box. Bei Jungtieren handhaben wir
es so, dass 3-5 Tiere (je nach Größe) in
eine Box kommen. Die Schildkröten sollten sich
während der Winterstarre nicht berühren, da
dies die anderen Tiere stört und bei einer unerkannten
Krankheit zu Problemen führen kann. Wenn bspw.
eine Schildkröte in der Winterstarre verendet (was
bei der richtigen Vorsorge und Einwinterung natürlich
nicht passieren sollte) kann das Leichengift (Bakterien)
zu Komplikationen führen!
Wichtiges während der Winterstarre
- Die
Temperatur muss regelmäßig überprüft
werden. Sie darf zwischen 4 und 6 °C schwanken.
- Das
Substrat muss immer leicht bis mäßig feucht
sein und ebenfalls regelmäßig überprüft
werden. Es empfiehlt sich im Kühlschrank einige
nasse Handtücher zwischen die Boxen zu legen.
- Untersuchen
und wiegen sie ihre Tiere alle 4 Wochen zügig
und ohne großen Temperaturunterschied. Erschrecken
Sie nicht, wenn ihnen keine Atmung auffällt -
diese ist soweit heruntergeschraubt, dass in der Minute
nur 1 bis 2 Atemzüge stattfinden.
- Überprüfen
sie durch Berühren der Hinterbeine, ob die Tiere
noch reagieren und schauen Sie sich auch den Bauchpanzer
an. Weist dieser deutliche rote Flecken auf, sollte
das Tier sofort ausgewintert werden - es besteht die
Gefahr einer Sepsis (Blutvergiftung) oder Erfrierung.
Ein Gewichtsverlust von max. 10% während der
gesamten Winterstarre ist noch im Rahmen. Nimmt ein
Tier mehr als 10% ab, muss auch hier die Winterstarre
abgebrochen werden. Meist ist eine zu trockene Überwinterung
daran schuld!
- Öffnen
Sie die Kühlschranktür 2 bis 3 x in der
Woche für etwa 20 sek, um einen Luftaustausch
zu gewährleisten.
- Nicht
zu viele Tiere in einer Box/Kiste überwintern
- die Tiere sollten sich nicht berühren!
Länge/Dauer
der Hibernation
Die
Dauer der Winterstarre hängt von der Herkunft
- jedoch nicht vom Alter - der Tiere ab. Aus tiefliegenden
Gebieten oder Küstennähe stammende Exemplare
sind i. d. R. an eine 3 bis 4 monatige Winterstarre
angepasst. Tiere aus höher gelegenen und somit
kühleren Gebieten halte eine Winterstarre von 4
bis zum Teil 5 Monaten. Sollten Sie nicht wissen, aus
welchem Gebiet Ihre mediterranen Landschildkröten
kommen, so ist der Mittelwert der genannten Zeitspannen
(also 4 Monate) sicherlich nicht verkehrt.
Jungtiere
sollten eine genauso lange Winterstarre halten wie adulte
Tiere, da sie ansonsten schneller wachsen würden,
was zu krankhaften Problem führen kann. Sehr selten
kommt es bei Schlüpflingen auch mal zu Ausfällen
während der Winterstarre, jedoch sehe ich dies
eher als natürliche Auslese an. Diese Tiere sind
nicht zu 100 % lebensfähig und würden
vermutlich bei der nächsten Winterstarre auf der
Strecke bleiben. Aus diesem Grund verkaufen wir unsere
Nachzuchten auch erst nach der 1. Winterstarre. Dann
können wir auch wirklich sicher sein, dass die
Tiere vollkommen gesund und fit sind und sie mit gutem
Gewissen an die neuen Halter abgeben.
Beendigung
der Winterstarre / Auswinterung
Bei
der Überwinterungsmethode im Frühbeet oder
Gewächshaus wird die Aktivphase durch äußere
Einflüsse, sprich anheben der Temperatur und Anschalten
der Spotstrahler im Frühbeet/Gewächshaus,
eingeläutet. Zunehmende Tageslänge, steigende
Temperaturen, vermehrter UV-B-Anteil im Sonnenlicht
und verschiedene Hormone führen dazu, dass sich
die Tiere an die Oberfläche graben und ihr erstes
Sonnenbad genießen. Die Aufwachphase, in der die
Tiere immer mal wieder abtauchen und sich wieder ausgraben,
dauert etwa eine Woche. Eine Nahrungsaufnahme findet
meist erst nach dieser Phase statt. Männliche Schildkröten
erwachen etwas früher aus der Winterstarre, da
sie schon Ausschau nach Weibchen halten - im
Frühjahr ist die Hauptpaarungszeit mediterraner
Landschildkröten. Die Beleuchtungsdauer und Temperatur
im Frühbeet/Gewächshaus wird nach dem Erwachen
stetig angehoben bzw. den Werten, die im natürlichen
Lebensraum herrschen, angepasst - siehe dazu auf den
weiter oben zufindenden Plan!
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Werden
die Schildkröten im Kühlschrank überwintert,
muss man logischerweise manuell die Aufwachphase einleiten.
Der Kühlschrank wird gegen Ende März langsam
jeden 3. Tag niedriger gestellt, sodass die Temperatur
im Inneren von 5°C auf 8°C bis hinzu 12°C
steigt. Am 4. Tag nehmen wir dann die Überwinterungsboxen
mit den Tiere heraus und stellen diese in einen hellen
aber kühlen Raum, indem Temperaturen von ca. 15
°C (tagsüber) und 12 °C (nachts) herrschen.
Die Tiere werden unterschiedlich schnell wieder agil
- manche bereits nach wenigen Tagen, andere erst nach
einer Woche. Wenn die Tiere nun anfangen herum zu laufen
und aus der Box wollen, werden sie in ihr Frühbeet/Gewächshaus
gebracht.
Wichtiges nach der Winterstarre
- Die
Temperatur langsam aber stetig hochfahren!
- Baden
Sie ihre Schildkröten nach dem Erwachen (erst
wenn sie schon aktiv herumlaufen!) in handwarmem,
mit Wasser verdünnten Kamillen- oder Früchtetee
(trinken die Tiere sehr gerne!), damit sie ihren Wasserhaushalt
wieder regulieren können. Meist setzen sie dabei
auch den ersten Harn ab!
- Die
erste Nahrungsaufnahme findet erst nach mehreren Tagen
statt!
- Kontrollieren
Sie nochmals die Tiere und deren Gewicht - genau wie
während der Winterstarre!
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